Mein Homeserver: Ein Notebook als Server nutzen, die Vorteile
Wie vieleicht bereits aus dem letzen Post hervorging nutze ich einen Homeserver. Bis vor kurzem war dies ein älteres Notebook mit Windows Server 2003 Enterprise. Dies lief so in etwa 4 Jahre im Dauerbetrieb ohne auch nur einen Zwischenfall. Die längste Laufzeit lag dabei bei über 530Tagen ohne Neustart. Viele werden nun vieleicht denken das ein Notebook nicht als Server geeignet ist. Ich sage falsch. Das einzige das wirklich schneller als an einem PC Defekt sein könnte ist die kleine Festplatte, welche sehr heiss werden kann und nicht für 24h Betrieb gedacht ist. Durch eine anständige Kühlung (später dazu mehr) lässt sich aber auch dieses Problem auf ein Minimum reduzieren.
Der Server war als File-.Print-,VPN-,Web- und Mailserver im Einsatz und meisterte seine Dienste immer ohne Probleme oder ausfälle.
Ein grosser Aspekt der auf ein Notebook als Server viel war vor allem der Stromverbrauch. Ich hatte früher mehrere PCs als Server mit x Festplatten und sonstigem Zeugs und weiss was das Zeug an Strom brauchte. Immerhin kannte man dazumal noch kein Speed Stepp oder ähnliches, nein der Prozessor lief einfach immer mit dem vollen Takt und verbrauchte 24h, 7Tage non Stop sehr viel Strom. Gut, ich muss dazu sagen der alte Server hatte auch eine sehr ineffiziente CPU (Intel Celeron Mobile…) welche gerade mal 5Watt unterscheid zwischen Last und Idle
ausmacht, aber das System Ansicht braucht nur 30W was nicht mal für die Systemplatten in den früheren Servern ausreichte.
Der neue Server ist nun ein Dell Studio 1555 mit einem Intel Pentium Mobile Dualcore CPU sowie 4GB DDR2 RAM und 250GB SATA2 Festplatte. Leitungsmässig schon mal eine komplett andere Liga als der alte Acer Server, doch durch modernste Energiesparfunktionen verbraucht das System im IDLE zustand nur ca. 15W! Das ist schon mal 50% Einsparung gegenüber dem alten Server der im Schnitt wie geschrieben 30W verbrauchte. Unter last kann dies aber auch schnell mal auf 60W ansteigen. In der Regel läuft das System allerdings sehr ruhig da File Server für Musik, Dokumente oder Videostreaming praktisch nichts an last braucht.
Klar kann man sich dabei auch sagen ein aktueller PC ohne Dedizierte Grafikkarte und einem 80+ Netzteil kommt auch nicht auf viel mehr als 50W Idle, mit einem guten Board und einer SSD käme man vieleicht sogar an die 30W Grenze. Jedoch sehe ich ein weiterer Vorteil von einem Notebook darin das er ein Akku Besitz und somit gleich eine “kostenlose” USV Besitz und auch bei einem Stromausfall mehrere Stunden weiterlaufen kann.
Da ich aber noch einiges an Festplattenspeicher brauche, welches auch noch extra Strom braucht, habe ich mir das Lian Li ex-503 zugelegt (Review inkl. genauem Stromverbrauch im vorherigen Post). Insgesamt (Server, Switch, Belüftung, LianLi Case) komme ich aktuell Idle auf <50W/h ca 35Wh was in etwa 60 40Franken im Jahr ausmacht.
Wie schon geschrieben sehe ich ein grosses Problem in der Kühlung des Notebooks bzw. vor allem dessen Festplatte. Wer nun etwas Geld zu viel hat könnte hier auch einfach auf eine SSD setzen und so dieses Problem elegant umgehen. Da ich aber weder die Performance brauche noch Geld dafür ausgeben möchte, habe ich mich entschlossen ein Lüfter unter der Festlatte zu Positionieren, welche die Platte auf konstante 26° Kühlt, gegenüber 40°C+ ohne Lüfter. Wer hier kein Eigenbau betreiben möchte wie ich das gemacht habe kann auch auf ein fertiges CoolerPad zurückgreifen welches dasselbe bewirken wird.
Um die Hardware nicht einfach im Keller rumliegen zu haben, habe ich mir vor ein paar Jahren ein Ikea! Metalschrank für 99.- gekauft, im welchem sowohl Server, Netzteile, Switch, Storage Case als auch die ganzen Kabel untergebracht sind und die Hardware so zumindest von neugierigen Blicken und Datendiebstahl schützen kann, da der Schrank abschliessbar ist. Die Kühlung ist mit meinem Setup übrigens absolut kein Problem, da es genügend Lüftungsschlitze hat.
Soviel zu meinem Homeserver der Sparsameren Art ![]()
Fassen wir nochmals zusammen für alle die nun ihr altes Notebook als Server nutzen möchten:
- Stromverbrauch mit neueren Notebooks sehr niedrig
- Platzverbrauch deutlich kleiner als bei einem Tower oder gar Rack Server
- Für einfache Home Anwender mehr als genügend Performance sogar mit einem älteren Gerät bzw. einem Intel Atom oder ähnlichem.
- Problematisch ist nur die Kühlung
- USV an board, wenn Akku noch Funktioniert
Für Fragen wie immer: Kommentieren, ich Antworte so schnell wie möglich ^^





Hi
Punkte die ich auch noch wichtig finde, die du nicht erwähnt hast, sind auch, dass der Bildschirm bereits integriert ist und im Fall das man einen braucht, den Server einfach nur aufklappen muss und schon alles hat. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt in meinen Augen, ist die integrierte USV-Anlage, denn meistens haben ja Notebooks heutzutage Akkus integriert. In dem Punkt spart man dann auch wieder Geld.
gruss
Hi.
Spiele auch mit dem Gedanken einen Laptop mit externen Gehäuse zu nehmen anstelle eines Atom-Servers, um nochmal Strom zu sparen.
Gehen bei dir die Festplatten in den Standby (z.B. nach 2 Stunden), wenn man es im BS des Laptops einstellt?
Gruß.
Die Platten vom Lian Li gehen sowohl durch die Einstellung vom Lian Li CHip als auch über die Windows einstellungen in den Standbay. EInzig die System HDD lauft bei mir 24h Nonstop. Würde aber auch wenig sinn machen, da ja auf dieser DIsk auch ein Webserver läuft. Wenn dieser die DIsk dann jedesmal hochfahren müsste würde das ewig dauern.
Ich hatte da bezüglich Ausfälle bis jetz noch keinerlei Probleme und auch der Stromverbrauch von eienr 2.5″ HDD ist mit ca 2W Problemlos zu verkraften.
Ich hatte doch heute in meinen Gedankengängen die gleiche Idee und bin dann beim googeln auf Deinen Blog gestoßen, der mich bekräftigt hat.
Habe ein Samsung NC10 Netbook das sporadische Aussetzer mit dem Display hat, das wäre doch als Homeserver geradezu prädestiniert, oder ?
Die Hardware Intel Atom N270, 1 GB Ram und 160 GB HDD sollte doch ausreichen oder was meinst Du ?
Was mich interessiert ist die Kühlung, kannst Du vielleicht ein Bild posten wie Du diese realisiert hast ? Ich würde gerne einen kleinen “Schrank” oder auch Fernsehunterschrank für das Notebook bauen und würde daher gerne wissen ob es reicht, das Notebook als Homeserver mit einem Kühlpad oder ähnlichem einfach in eine Art “Schublade” zu plazieren, die auf der Rückseite ein paar Luftlöcher hat. Wie viel “Raum” zur Luftzirkulation sollte um ein Netbook bzw. 15,4” Notebook noch sein damit es nicht zu warm wird bzw. kann man Netbook und Notebook + jeweiligen Kühlpad zusammen in einer großen Schublade plazieren oder lieber getrennt ?
Ich hoffe Du kannst mir etwas weiter helfen.
Grüße Hannes
Hallo Hannes
Dein vorhaben sollte so sicherlich laufen. Natürlich gibt es bei einem Gerät welches nicht dafür gebaut wurde nie eine Garantie das es auch längere Zeit läuft, aber ich habe mittlerweile dein zweiten Server so im Einsatz und beide laufen sehr stabil über Monate hinweg.
Zur Kühlung: Ich habe mir einfach aus etwas Holz ein (eher Improvisiertes) Gestell gebastelt, so das die Lüfter unter die HDD und unter CPU gestellt werden können. Beim CPU ist einfach wichtig das du in die selbe Richtung den Lüfter Platzierst wie der andere Lüfter dreht, sonst erreichst du wohl eher das gegenteil. Als Stromversorgung habe ich ein altes Routernetzteil genommen. Wenn du grossen wert auf den Stromverbrauch legst solltest du allerdings schauen das es ein Schaltnetzteil (relativ leicht und klein) nimmst und nicht eins mit schwerem Trafo.
Ob eine Schublade für die Luftzirkulation reicht ist recht schwierig zu sagen, das kommt bestimmt auf die grösse an, aber ich würde es einfach mal testen und die Temperaturen im Auge behalten.
Ich hoffe das hilft dir etwas weiter!
Gruss
Marco
Hallo,
bin durch Zufall auf Deinen Post hier gestoßen, auf der Suche, nach einer möglichen Verwendung für mein altes Notebook.
Ich bin am Überlegen mein altes Notebook als Server zu nutzen. Jedoch will ich dies nicht im Dauerbetrieb verwenden, sondern eher so zum Experimentieren und Vertrautwerden mit Servern. Ich hab noch keinerlei Erfahung mit Servern und so zum erstn Rumpielen würde mir das genügen vorausgesetzt ich kann das realisieren.
Das größte Problem an dem alten Notebook ist, dass die Grafikarte kaputt ist. Benötige ich diese denn für die Verwendung als Server? Oder würde das gaze auch mit kaputter Grafikkarte funktionieren?
Sorry für die späte Antwort.
Leider ist es so das du (zumindest wenn du ein Windows Server installieren möchtest) eine Grafikkarte für die Installation vorhanden sein muss. Ansonsten müsstest du das ganze Blind machen und ich denke das wird eher schwierig werden, vor allem wenn du das System noch nicht kennst.
Wenn dich auch Linux Interessiert könntest du versuchen mit einer Live CD zu Booten und danach SSH zu aktivieren und das ganze dann via ssh zu steuern, aber ansonsten sieht es auch recht schwierig aus.